Montag, 26. Oktober 2015

Gast-Rezension: "Die brennenden Flüsse Ethernas"


Buchtitel: Die brennenden Flüsse Ethernas

Autor: 
Jennifer Jager

Seiten: 319


Weiteres: Band 2



3 Schlagworte zu diesem Buch: Semant | Geschwister | Flammen



Donnerstag, 15. Oktober 2015

Kari: Rezension zu "Silber - Das dritte Buch der Träume"...

...oder "Mit Träumen beginnt die Realität."
(Christoph Daum)

Lest diese Rezension nur, wenn ihr die anderen zwei Teile gelesen habt :-)

Liv, unglücklich frisch getrennt von Henry, muss sich gegen drei Gefahren zugleich wehren: Arthur will sich an ihr rächen und sie nicht nur leiden sehen, sondern am liebsten tot; Anabel, Arthurs Ex und durchgeknallter als je zuvor, glaubt nach wie vor an die Existenz des Dämons und muss sich mit Senator Tod rumprügeln; Und Henry, für den sie dennoch Gefühle hegt und ihm immer wieder begegnet. Dazu finden immer mehr Leute den Weg in die Traumkorridore – siehe Emily.
Henry bemüht sich um einen halbwegs normalen Umgang mit Liv, obwohl man ihm anmerkt, dass er bereut, was er getan hat. Trotz dessen arbeitet er zusammen mit Grayson und Liv an einem Plan, Arthur von seinem Rachefeldzug abzubringen und um seine Beziehung zu kitten. Als wäre das aber nicht genug, muss er sich den realen Problemen mit seiner egoistischen widerlichen Familie stellen und versuchen zu retten, was noch zu retten ist. Auch wenn Amy Zucker ist.

Mein persönlicher Eindruck: "Der Briefkasten. Natürlich. Mia hatte recht, ich musste wirklich an meiner Wahrnehmung arbeiten." (Silber 3, S. 445 Relativ weit oben). Dieses Zitat trifft es relativ passend. Wo Liv im ersten und vermehrt zweiten Teil fast schon ebenbürtig mit Henry mithalten und sich Traumduelle liefern konnte – immerhin konnte sie Henry als Lufthauch folgen, was laut Henry sehr schwer war – bekommt man in Teil 3 das Gefühl, dass einzig Henry und Grayson die ganze Arbeit hatten. Graysons Stärken lagen klarerweise eher in der Realität und der Recherche, während Henry im Traumkorridor die Hosen anhatte. Das Finale wirkte auch eher 'billig'. Ich kann es nicht genau beschreiben, jedoch fand ich die Aufmachung für den Showdown schlicht zu wenig. Klar, Henry, Grayson, Mia und Liv mussten Arthur ganz klar davon abhalten, durch Träume andere zu manipulieren, wie er es bei Mia beinahe getan hatte. Die Idee, die Henry hatte, war die einzig Logische, allerdings hatte ich mehr erwartet. Keine Ahnung, einen spannenden 'Zauber'Kampf oder ein plötzliches Auftauchen eines Dämons, an den die durchgeknallte Anabel glaubte, oder so etwas wie bei Mia, dass Liv, Henry und Grayson gegen eine reale und ernstzunehmende Gefahr kämpfen und Arthur durch die Träume anderer jagen müssen, immerhin wurde immer wieder betont, dass Liv Kung-Fu könne und Grayson konnte ebenfalls gut zuschlagen. Stattdessen rutschte Liv in eine Statistenrolle. Ihre einzige Sorge neben Arthur und der durchgeknallten Anabel, obgleich von ihr keine wirkliche Gefahr ausging, war ihr erstes Mal mit Henry, wo es etliche Anspielungen und Anekdoten gab, trotzdessen gab es keinerlei 'Auflösung', keine klitzekleinste im Epilog. Nicht, dass ich unbedingt eine Sexszene wollte, Gott bewahre, es gibt genug erotische Literatur!, aber ich hätte mir gewünscht, dass es einen süßen Nebensatz gegeben hätte, wo ich irgendetwas herauslesen hätte können, ob Liv zurecht Angst vor ihrer Unerfahrenheit hätte oder Henry ihr die Nervosität nehmen konnte. Na, ganz schlicht, ob es glatt lief oder nicht. Nada, niente.
Liv gelang es, ihre Fähigkeiten stetig zu perfektionieren und zu üben, auch wenn sie nicht so genial und allmächtig wie Arthur, Henry und Anabel war, allerdings fiel sie in die zweite Reihe, spielte die hübsche Prinzessin und schaute bloß zu.
Der Schreibstil von Kerstin Gier und die Spannungen zwischen den Guten und den Bösen hatten es herausgerissen, denn während Arthur egoistisch war und irrsinnigerweise an die Weltherrschaft und legitimierte Rachefeldzüge glaubte, siehe Theo Ellis, wollten Henry und Liv, wie es sich für Träume gehörte, der ernsten und anstrengenden Realität entfliehen und wenigstens im Traum die Umwelt so anpassen, dass sie sich pudelwohl fühlten und nicht immer an die eigenen Probleme und Sorgen denken mussten. Die Enttäuschung blieb jedoch. Das 'Ende' von Arthur war trotz all der negativen Aspekte das einzig denkbare Szenario und ich fand es gut.

Alles in Allem bin ich doch recht enttäuscht von diesem Buch. Ich hatte mir mehr erhofft. Mehr Action, mehr Liv, mehr Henry, mehr Teamwork...einfach MEHR von allem.

Kari: Rezension zu "Silber - Das zweite Buch der Träume"...

...oder "Träume sind Bilder unserer inneren Sehnsucht. Öffne ihnen das Tor zum Leben und lebe deine Träume."
(Unbekannt)

Irgendwie komm ich mir grad 'n bissl strange vor, denn ich höre Rammsteins Amerika-Konzert-Album und rezensiere dieses Jugendbuch. Hmm, keine Ahnung, aber ich leg los ^^

Olivia 'Liv' Silber entgeht knapp einem Mordversuch durch Miss Durchgeknallt Anabel und ihrem Exfreund Arthur. Die vermeintliche Dämonengeschichte entpuppt sich als 'Hirngespinst' und alles könnte gut sein, selbst ihre Beziehung mit Henry, gäbe es weder einen Freund, der nichts über sich erzählt und neue Gefahren, die ihr im Traumkorridor und hinter den ganzen Traumtüren über den Weg laufen. Eines ist Gewiss: ER wird vorerst keine Ruhe geben.
Henry Harper gerät zusehends unter Druck. Mit Liv an seiner Seite kann er nicht eben in Träume anderer abtauchen, um vor seinen realen Problemen und eigenen Ängsten zu flüchten. Ebenso wird er durch die neue Bedrohung gezwungen, sein bisheriges Handeln zu überdenken, und seine Macht, die ihm der Traumkorridor verleiht, gescheiter einzusetzen. Nicht einmal seine abgedrehte Familie kann er weiterhin verbergen und muss sich somit mehr öffnen als er wirklich will.

Mein persönlicher Eindruck: Im Gegensatz zu dem mittleren Teil der Edelstein-Trilogie erzeugte dieser Mittelteil mehr Spannung. Liv lernte immer mehr, ihre, die Träume anderer und den Korridor mit all seinen Türen zu beeinflussen. Damit stieg der Action-Faktor eindeutig und ich fieberte richtig mit Liv, Henry und Grayson mit. Selbst der Running-Gag Tittle-Tattle-Blog, der mich sonst moralisch störte, weil ich Lästermäule nicht ausstehen kann, genauso wie Menschen, die intime Geheimnisse ausplaudern, hatte mich doch das ein oder andere Mal zum schmunzeln gebracht.
Livs Privatleben ging in die nächste Runde und sie musste sich neben den Problemchen mit ihrer neuen Stiefschwester in Spe und einigen Abschlussschülerinnen auch mit Henry herumärgern, da nicht alles so rosa war, wie es schien. Zudem ging eine laufende Gefahr vom übriggebliebenen IHM aus, der es selbst 'in echt' schaffte, eine Bedrohung für Liv darzustellen, die ER am liebsten leidend als glücklich sehen wollte. Selbst, wenn es bedeutete, ihre Geheimnisse an Secrecy vom Tittle-Tattle-Blog weiterzugeben, was ich, wie erwähnt, ziemlich scheiße finde, aber nun gut.
Allerdings hätte ich Henry gerne für das, was er getan hatte, wie Liv selbst den Kiefer gebrochen – mindestens, wenn nicht sogar noch mehr. Erst recht nicht mit seiner faulen Ausrede! Klar, wäre es in einem unbewussten REM-Traum geschehen, dann vielleicht, aber nicht in einem Klartraum wie ihn Liv und er erlebten und bewusst steuern können. Und vor allem nicht mit dieser ekeligen Bitch.
Mia und Amy fand ich Zucker. Mia als Detektivin, die versuchte, hinter das Geheimnis Secrecys zu kommen, und Amy, die schlicht so klebrig-süße Träume hatte, dass man sie in ihr Herz schließen MUSS. Im Gegensatz zu Arthur und der durchgeknallten Anabel.
Was ich dieses Mal wiederholt sehr gut fand, war, dass durch das 'in die Realität ziehen' der neuen Bedrohung die Geschichte einen weiteren spannenden Höhepunkt bekommen hatte, der lediglich durch die Traum-'Zauber'duelle getoppt werden konnten, die sich Henry mit IHM lieferte. Das Hin und Her zwischen Realität und Traum war super, besonders durch den tollen Schreibstil Kerstin Giers ergänzt, sodass man alles leicht verstehen konnte und doch das ein ums andere Mal kichern musste. Und unser allseits geliebter Dämon bekam einen Gastauftritt.

Alles in Allem ein toller Mittelteil einer noch tolleren Trilogie. Mehr Action, mehr Spannung und ein super Aufbau für das Finale. Ich kann es kaum erwarten, Teil 3 zu rezensieren, denn gelesen ist er ja bereits ^^ bis später zu Teil 3.

Kari: Rezension zu "Silber - Das erste Buch der Träume"...

...oder "Die Welt wird Traum, der Traum wird Welt!"
(Zitat von Novalis)

Ich hab dann endlich auch mal Silber angefangen, nachdem ich, wie immer, brav gewartet hab ^^ Also hab ich direkt alle drei Bücher in einem Rutsch gelesen, let's begin :-)

Liv Silber ist ein selbstbewusstes, unerfahrenes, neugieriges und geheimnisverliebtes Mädchen, das mit ihrer Mutter, ihrer JuniorNachwuchsdetektin/Schwester Mia und der eigentlich überflüssigen Nanny Lottie nach London zieht, weil ihre flatterhafte unstete TeenieMom endlich sesshaft wird. Nach einigen Begegnungen, unter anderem auf dem Flughafen und in der neuen Familie des neuen Freundes Mom, insbesondere mit ihrem Stiefbruder in Spe, Grayson, verändert sich ihr Leben.
Henry Harper, Basketball-Star und einer der vier Schulschwärme, bekommt durch ein vollkommen schwachsinniges Spiel, dass er mit seinen Kumpels einige Monate zuvor im Suff an Halloween begonnen hat. Dumm nur, dass eine der Mitspieler, die Freundin seines Kumpels, gegen die Regeln verstieß und sie somit ihre Herzenswünsche nicht mehr erfüllt bekommen. Oder ergibt sich durch Olivia 'Liv' Silbers Ankunft im Hause seines Kumpels Grayson eine neue Chance?

Mein persönlicher Eindruck: Ich war ja bereits durch die Edelstein-Trilogie hibbelig, wann ich denn endlich die neue Trilogie beginnen konnte, nur leider zwang mich meine engelshafte Geduld dazu, brav zu warten, bis Teil 3 herauskam, um alle in einem Rutsch zu lesen. Am Freitag bekam ich Teil 3 und ich hatte am Wochenende kein Auge zugedrückt – im wahrsten Sinne des Wortes, weil zwei mickrige Stunden Schlaf nicht zählen – und die komplette Trilogie direkt zweimal hintereinander gelesen. Ich wurde nicht enttäuscht. Kerstin Gier versteht es, durch ihren lockeren Schreibstil sofort eine heimelige Atmosphäre zu schaffen, durch die man erstens sehr schnell in das Buch hereinkam und zweitens gar nicht mehr...kaum sehr schwer herauskommt. Und wie bereits bei der Edelstein-Trilogie ließ Kerstin Gier vollkommen gegensätzliche Charaktere aufeinander prallen, wie zwar viele Autoren, die aber nach einiger Zeit selbst den Leser noch überraschten. Einige Wendungen, die geschehen, überraschten mich und ich war ehrlich erstaunt, dass ich mit einigem tatsächlich nicht gerechnet hatte.
Am meisten hatte mich neben Liv und Henry Anabel erstaunt. Ihren Charakter empfand ich von allen am undurchsichtigsten. Während ich Liv, Henry, Grayson, Arthur und Jasper relativ schnell in eine Art 'Schublade' stecken konnte, sowie die meisten anderen Nebenfiguren, hatte mich Anabel mit ihren Motiven überrumpelt. Nun gut, jede Story braucht eine 'Anabel', die tut, was man nicht erwartet. Ein Pluspunkt für dieses Buch.
Wer jedoch schnulzige Fantasy mit Liebe erwartet, ist definitiv falsch. Während ich die Action und die Spannung bei Rubinrot etwas flach empfand, kam ich bei Silber voll auf meine Kosten. Klar, es war nur Band 1 und vieles wurde anfänglich bloß erklärt, trotzdem hatte mir allein der Showdown am Ende gefallen, vor allem da Liv sich im Gegensatz zu der doch relativ unfähigen Gwendolyn selbst wehren konnte, zumindest bis zu einem gewissen Grad. Ich mag starke Heldinnen, die sich nicht hinter dem Helden – oder in dem Fall die Helden – stellen, sondern aktiv selbst mitmischen und durchaus den ein oder anderen Schlag erzielen können.
Henry, der sich gern in seine Träume flüchtete, war ebenfalls ein Charakter, den ich nebst Grayson und Livs kleiner Schwester Mia sehr in mein Herz geschlossen hatte. Wenn ich zwischen Gideon und Henry wählen müsste, würde ich mich definitiv für Henry entscheiden, nicht nur wegen seinen Wuschelhaaren.

Alles in Allem kann ich das Buch natürlich Kerstin Gier Fans nahelegen als auch Leuten, die Fantasy und unvorhersehbare Wendungen lieben. Das alles gemischt mit einem Hauch Action und einer gesunden Prise Liebe ergibt den wunderbaren Auftakt zu einer tollen Trilogie.

Samstag, 10. Oktober 2015

Gast-Rezension: "Der Nebelmacher"



Buchtitel: Der Nebelmacher

Autor: Bernhard Trecksel


Seiten: 512


Weiteres: Ein Einzelband



3 Schlagworte zu diesem Buch: Nebel | Seelen | Untote


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Sonntag, 4. Oktober 2015

Kari: Rezension zu "Rockstars bleiben nicht für immer"...

...oder Was sich liebt, das neckt sich

Ich war wieder fleißig und hab direkt noch eine Rezi geschrieben, denn ich konnte es nicht erwarten, den dritten Teil der Stage-Dive-Tetralogie zu lesen, nachdem Teil 1 und Teil 2 überraschenderweise gut waren. Dann fangen wir mal an:

Lena Morrissey und ihre direkte Art nimmt kein Blatt vor den Mund und hat zu Recht die Schnauze voll, der Fußabtreter zu sein sich schlecht behandeln zu lassen. Sie packt ihre Sachen und flieht haut von zu Hause ab. Kaum hat sie ihren Sekretärinnen-Job geschmissen verloren, wird sie trotz mangelnden Kenntnissen im Bereich Suchtprävention als Entzugsbegleiterin für Jimmy, den Frontsänger von Stage Dive, engagiert. Gerade als sie sich miteinander arrangiert hatten, will sie kündigen.
James Dylan Ferris hat in seinem Leben bis jetzt wenig getan, auf das er stolz sein kann, am allerwenigsten auf seinen Absturz. Den daraus resultieren Entzug bewältigt er seinem kleinen Bruder zuliebe und schwört dem Rocker-Lifestyle den Drogen, dem Alkohol und den Groupies ab und geht diszipliniert den Weg eines gefühllosen Eremiten Abstinentlers, bis Lena als seine spontane neue Entzugsbegleiterin eingesetzt wird und er merkt, dass er nicht so weitermachen kann, wie bisher.

Mein persönlicher Eindruck: Kylie Scott versteht es wirklich, ein Buch zu schreiben, in der komplexe Charaktere schön geschrieben sind. Dieses Mal hatte ich mir vorgenommen, nicht nach 10 Seiten zu pausieren, und siehe da, den Drang verspürte ich dieses Mal nicht, im Gegensatz zum vorherigen Teil. Die Trauer um Lori, Mals im letzten Teil verstorbener Mom, brachte Jimmy zu einem emotionalen Ausbruch dazu, seine Fassade fallen und Gefühle zuzulassen. Lena stürzte das in ein Chaos, weil sie Gefühle für Jimmy entwickelt hatte und kündigen möchte. Ich bewunderte sie für diese Entscheidung ein Stück weit, denn wenige besitzen die Courage, das zuzugeben. Dagegen hätte ich Jimmy erwürgen können, als er vorschlug, ihre 'albernen' Gefühle zu beseitigen, damit sie diesen egoistischen Stein ihn nicht verlässt. Ja, ich konnte Jimmy verstehen, als er es später erklärte, und ja, ich feierte ihn, dass er Lena unter allen Umständen behalten wollte, aber dieses 'unter allen Umständen' hatte mich ein bisschen gestört. Das einzig Gute daran war, dass er dadurch die Wahrheit erkannte und sich Lena öffnete.
Ein Pluspunkt für Jimmy.
Jimmy war ein anderes Kapitel. Trotz seiner Vergangenheit war er ein lieber Kerl. Er war der Band und besonders seinem kleinen Bruder David gegenüber extrem loyal, obwohl er mehr als einmal kräftig Scheiße gebaut hat. Er versuchte alles, um sein Leben in geregelten Bahnen laufen zu lassen und seinen Bruder zu beschützen. Ich bewunderte ihn für diese Stärke. Die Begründung, wieso er mit den Drogen überhaupt erst angefangen hatte, fand ich zwar bescheuert nicht gut, dennoch möchte ich ihn statt Lena durchknuddeln. Die Zankereien und Neckereien zwischen Lena und Jimmy fand ich süß und Jimmys Art Lena gegenüber, obgleich ich ihn manches Mal für seine selbst gewählte Gefühlskälte erwürgen schütteln wollte, weil diese Lena sehr verletzt hatte, war manchmal fast schon niedlich. Nichtsdestotrotz schloss ich Jimmy ins Herz. Jeder Mensch hat seine Macken, ohne wäre es langweilig im Leben.
David und Mal, insbesondere deren Partnerinnen Ev und Anne, waren unterhaltsame Highlights, da sie, neben ihren eigenen verständlichen Motiven, warum Lena bei Jimmy bleiben sollte, die beiden natürlich durchschaut hatten. Dass Lena eigentlich bloß auf Jimmy aufpassen sollte, dass er keine Drogen oder Alkohol mehr zu sich nimmt, rutschte nach dem Erlebnis auf der Beerdigung rasch in den Hintergrund, selbst wenn Kylie es immer wieder betonend in den Vordergrund stellte.
Der Schreibstil war angenehm und man liest die Geschichte sehr gerne. Ich mag sie.

Alles in Allem kann ich dieses Buch jedem empfehlen, der Rockstar-Storys gerne liest und vor facettenreiche Charakteren nicht zurückschreckt. Jimmy und Lena sind zusammen unterhaltsam und irgendwie süß, wie ihre Neckereien und Versöhnungen.

Kari: Rezension zu "Sea Breeze 6 - Jason und Jess"...

...oder Wenn endlich mal ein Bad Girl in den Mittelpunkt rückt

Soo, dann leg ich mal mit dem nächsten Buch los, dem 6. Teil der Sea-Breeze-Reihe. Let's begin!

Jess ist unverdient ein Mädchen aus der Unterschicht, die mit ihrer Mom, einer Stripperin, in Sea Breeze lebt und von einem Idioten wie Dreck ihrem Ex-Freund sehr schlecht behandelt wird. Zum Dank demoliert sie sein Baby, seinen Schwanz seinen Wagen. Dumm nur, dass sie es genau vor der allen bekannten Stadtbar war und sie trotz Tarnung fliehen musste. Zu ihrem großen Glück Pech wird sie beinahe von einem Porsche über den Haufen gefahren.
Jason, nur der kleine Bruder des Rockstars Jax Stone, fährt nichtsahnend mit dem Jax' Porsche zu dessen Ferienvilla, wo er seinen Sommer verbringt, um vor seiner Snobumwelt zu fliehen sich selbst zu finden und zu entspannen, ehe er zum Idiotenpack nach Harvard zurück muss. Sein elitäres Leben wird in seinen langweiligen Grundfesten erschüttert, als eine hübsche Blondine vor das Auto seines Bruder läuft und ihn um eine Fluchtmöglichkeit bittet.

Mein persönlicher Eindruck: Voller Vorfreude über einen doch etwas ungewöhnlicheren Plot stürzte ich mich auf Sea Breeze 6, denn es war für mich doch eher ungewohnt, dass eine Frau den Bad-Part übernimmt. Partys, Kerle, Flirten, kleinere Illegalitäten und Bezirzen der Polizisten. Von ihrer Mom hatte sie gelernt, Männer für ihren Vorteil zu manipulieren umgarnen und einzusetzen. Mich erstaunte ihre Persönlichkeit im ersten Moment, allerdings erkannte ich rasch, dass Jess damit nicht glücklich war, noch bevor Jason es entdecken konnte. Ich finde es immer wieder ekelig und entwürdigend schäbig, wenn Frauen oder gar junge Frauen wie Jess ihren Körper einsetzen müssen, um irgendwie wahrgenommen zu werden. Und auch, wenn ihre Mom in vielerlei Hinsicht Recht hatte, was Männer angeht, sind nicht alle so und ihre Serien sollten es ihr auch gezeigt haben. Bis auf meine üblichen Problemen, die ich mit Bad-Charakteren hab (^^), war Jess eine arme Socke.
Jason dagegen kämpfte gegen die meiner Meinung nach obligatorischen Luxusproblemchen, die man hat, wenn man in einer Welt lebt, in der es bloß von Leuten wimmelt, die einen Stock im Arsch haben die denken, sie seien etwas Besseres und bekommen deswegen alles. Zudem wurde er lediglich als 'der kleine Bruder von' wahrgenommen und sollte brav das machen, was alle ihm vorschreiben. Er konnte aus Loyalität nicht 'Nein' sagen. Am meisten allerdings regte mich daran auf, dass er der armen Jess immer wieder eindeutig sagte "Das wird nichts Ernstes, du bist bloß ein Fick ein Sommerflirt". Dafür hätte ich ihm sehr gerne in den Arsch getreten!
Er behandelte Jess wie eine Prinzessin, wusste um einen Teil ihrer Ängste und behandelte sie trotzdem wie, nun, wie eine Dame, mit denen die Mom von Jess Kontakt hatte. Trotz seiner eigenen Probleme konnte er kaum viele Pluspunkte bei mir sammeln. Und seine Gründe für eben diese Äußerung konnte ich nicht wirklich nachvollziehen, wo ich doch sonst für alles noch so Abstruse oder Irrationale Verständnis habe. Und am allermeisten wollte ich seiner Mom den gigantischen versnobten Stock aus dem Hintern ziehen! Es hätte mir diebische Freude bereitet. Stattdessen musste ich mit erleben, wie Jess sich selbst demütigte und aufgab, ähnlich wie Preston, und ich wollte sie genauso dringend durchknuddeln und vor dem unvermeidbaren Leid bewahren wie er.
Der Schreibstil ist Abbi-typisch, dieses Mal hatte ich weniger Fehler als sonst gefunden und es war angenehm, in das Buch reinzukommen, sich in die Figuren zu versetzen und mitzufühlen, auch wenn ich für einige Gedanken kein Verständnis hab.

Alles in Allem kann ich dieses Buch für Abbi-Fans empfehlen, ebenso für Leute, die eine Lektüre für Zwischendurch suchen und eventuell vorhandene Aggressionen auf wen anders lenken wollen.