Sonntag, 28. Januar 2018

Rezension zu "Irgendwie anders"

Hallo, ihr Lieben!
Hier eine weitere Rezension von mir zu dem Buch "Irgendwie anders" :) Viel Spaß dabei!


Name: Irgendwie anders
Seiten: 150 Seiten, Kindle Edition
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Veröffentlichung: 08.10.2012
Link: 
https://www.amazon.de/Irgendwie-Anders-Gay-Erotic-Romance/dp/1480071129/ref=la_B0051Q8SB6_1_14_twi_pap_2?s=books&ie=UTF8&qid=1517071691&sr=1-14

~Story~

Mark ist der typische Aufreißer: jede Nacht einen neuen, keine Namen, jeden nur einmal. Er hält nichts von Liebe. Bis er mit seinem Kumpel Alex eine Wette abschließt: 30 Kerle in 30 Tagen und er bekommt ein Auto. Alles läuft hervorragend bis er auf Nummer 15 trifft, den unschuldigen Tim. Ab da kommen Gefühle in Mark hoch, die er selbst nicht für möglich gehalten hätte...


~Fazit~

Am Anfang klingt die Story vielleicht wie eine übliche F****-Geschichte, jedoch entwickelt sie sich zu etwas, bei dem ich mit den Charakteren mitfühlen konnte und mit fiebern musste. Es sind 'nur' 150 Seiten, aber die Autorin hat diese Seiten sehr gut genutzt, sodass ich hinterher einfach nur geflasht und glücklich war.
Die Charaktere gefallen mir alle sehr gut, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass einige noch besser beleuchtet werden. Da diese allerdings eine riesige Rolle in Band 2 (Irgendwie Top) spielen, ist das überhaupt nicht schlimm. Mark hat mich am Anfang aufgeregt und auch zwischendurch hätte ich ihn manchmal schütteln können, jedoch konnte ich jede seiner Aktionen nachvollziehen, da ich selber nicht wusste, was manchmal mit Tim los ist. 
Tim ist ein süßer, junger Mann, der Mark beim ersten Treffen um den Finger wickeln konnte und teilweise noch sehr unschuldig, aber schlagkräftig ist. Ihm kann man eigentlich nicht böse sein und er war mir auch von Anfang an sympathisch.
Alles in allem gefällt mir die Story sehr gut und wer etwas mit viel Gefühl sucht, der hat hier definitiv was gefunden und ich kann sie nur jedem empfehlen. Natürlich kommt auch der 'Bettsport' nicht zu kurz, immerhin ist unser Mark ein kleiner Aufreißer ;) 

Eure Wolki♥


Samstag, 27. Januar 2018

Rezension zu "Fessel mich"

Hallo ihr Lieben :)
Und weiter geht es mit dem zweiten Buch, dass ich diese Woche gelesen habe! Viel Spaß!


Name: Fessel mich
Seiten: 176 Seiten, Kindle Edition
Verlag: Cursed Side
Veröffentlichung: 15.12.2012
Link:https://cursed-verlag.de/fessel-mich.html

~Das Buch~

Zu der gebundenen Ausgabe kann ich nicht allzu viel sagen, außer, dass ich das Cover sehr schön illustriert finde. Ebenso sind in dem Buch selber einige Illustrationen erhalten, die alle von Tashina Jacob sind. Das gibt dem Buch noch eine schönere Note, die ein positiver Punkt für mich war!

~Story~

Die Story ist recht einfach gehalten: Florian steht auf den Gogo-Tänzer Rick, der immer in dem Club auftritt, wo er und seine Freunde feiern gehen. Als sie auf eine Party dort gehen, wo der Sinn darin besteht, sich mit Handschellen an jemanden zu ketten, mit dem man die Nacht verbringen will, wollen Flos Freunde ihn überreden, es bei Rick zu versuchen, aber er traut sich nicht. Durch einen dummen Zufall werden sie doch aneinander gekettet... 

~Fazit~

Wie ich bereits erwähnt habe, finde ich es schon mal ein positiver Aspekt, dass das Buch illustriert ist. Es gibt dem g(G)anzen etwas Schönes. Die Zeichnungen selbst gefallen mir und wer sich ein ungefähres Bild machen möchte, kann das Cover betrachten ;)
Die Story mag einfach gehalten sein, wird aber durch die Gefühle, die sehr gut beschrieben sind und auch super rüberkommen(,) wieder wett gemacht. Persönlich finde ich, spoilert der Prolog ein wenig den quasi 'Höhepunkt' des Buches (dass der Prolog ein wenig den Höhepunkt des Buches spoilert), aber nur so kann man sich wohl in diese Person hereindenken, also ist es ein eher kleiner Kritikpunkt.
Die Charaktere sind mir soweit alle sehr sympathisch. Mir(t) Rick konnte ich mich persönlich am meisten identifizieren, weswegen er mir wohl auch am sympathischsten war, allerdings will ich hier nicht weitere darauf eingehen, ihr könnt das ja selber lesen :P
Flo war mir auch sympathisch, allerdings hatte er diese Eigenheit, seine Eltern nicht verärgern zu wollen, die mich etwas genervt hat, da er kein Rückgrat zeigen konnte, zumindest am Anfang.
Alles in allem, kann ich dieses Buch weiter empfehlen für die, die ein wenig mehr Gefühle haben wollen bei einer einfachen Story. Mir hat es gefallen und ich werde wohl in noch andere Werke von der Autorin reinlesen!



Eure Wolki ♥

Freitag, 26. Januar 2018

Rezension zu Spielzeit - Eine neue Chance

Hallo ihr Lieben :)
seit ewig langer Zeit habe auch ich mal wieder ein Buch gelesen :D und das würde ich euch gerne vorstellen, also viel Spaß :)

Name: Spielzeit - Eine neue Chance
Seiten: 135 Seiten, Kindle Edition
Verlag: neobooks
Veröffentlichung: 24.06.2014

Link: https://www.amazon.de/Spielzeit-Eine-Chance-Dani-Merati-ebook/dp/B00LFIHU4U



~Inhalt~

Jo und Oliver sind seit einigen Jahren in einer Beziehung und wollen zusammen eine Bar eröffnen. Allerdings hat Oliver da ganz andere Pläne, denn als er auf eine Studienreise für 3 Monate geht, erhält Jo eine Einladung zu der Hochzeit von Oliver und seiner Zukünftigen. 10 Jahre später soll das Eheversprechen erneuert werden und Jo wird erneut eingeladen. Was wird passieren? Findet er jemanden, der ihn verdient oder wird er Oliver wieder verfallen?

~Fazit~

Die Story an sich ist wirklich gut. Ich muss sagen, erst ab der Hälfte des Buches wurde mir klar, auf was es hinauslaufen wird. Man konnte noch nicht von Anfang an sagen, wie sich Jos Leben und seine Beziehungen entwickeln, was ich wirklich gut fand. So gab es einige Überraschungen (Gute und Böse...). 
Die Charaktere haben mir alle recht gut gefallen. Jo war ein wirklich sympathischer Kerl, ebenso wie Torsten und Andy. Der Einzige, mit dem ich mich NIEMALS anfreunden werde, ist Oliver. Will hier nicht zu viel spoilern, aber ich sage nur, dass ich niemals so ein narzisstisches, eiskaltes Arschloch erlebt habe. 

Wer mir auch ein wenig auf die Nerven ging, war Philipp. Er war sich nicht wirklich darüber im Klaren, was er will, und auch, wenn ich einer bestimmten Person zustimmen muss, eine kleine Schlampe...

Ich hätte mir gewünscht, dass einige Szenen und Zeitsprünge vielleicht noch ausführlicher gewesen wären, allerdings lässt es sich gut lesen, wenn man etwas auf die Schnelle mit Story sucht :)

Das war's für heute von mir^^ werde aber in nächster Zeit wieder mehr lesen und ich darüber auf dem Laufenden halten ;) und übrigens tut es mir Leid, wenn ich bei manchen Charakteren ein wenig beleidigend geworden bin... Ich würde vorschlagen, ihr schaut selber mal rein, um euch ein Bild zu machen:P

Eure Wolki ♥


Donnerstag, 28. Dezember 2017

Weihnachtsgruß...

Mein jährlicher Weihnachtsgruß...

...wenn auch etwas spät, es tut mir sehr Leid, aber ich war verhindert. Wir wünschen euch nachträglich wunderbare Tage!


Sonntag, 5. November 2017

An obituary?...

An obituary?

Translated by a very special person because my english is very very bad. Thank you so very much lovely Nini Nightstorm!

People always tell me that I’m good with words. I’m not sure if that is true, but everyone can have their own opinion. Someone who was very good with words passed away on the 20.07.2017.

I can’t even express how shocked and sad I am. And I don’t really care what you think about my words because I am just a tiny light speaking its mind, and I really don’t care about that; everyone deals differently with grief and loss. I didn’t know him, you say? I’m just a small, unimportant fan? Maybe, but that too I don’t really care about. Everyone mourns differently. And I think I can empathize with Chester Bennington because something similar happened to me. People with identical or relatively similar fates have a special connection, I don’t need to know someone privately and personally extremely well for that.

Somewhat informed fans or interested people know that Chester was sexually abused as a child. The cruel irony is that Chester’s father was/is a police officer in the department for (sexual) child abuse. How couldn’t he know? Well, someone who couldn’t care less about his child wouldn’t of course! The abuse through an older male friend ended two years after the divorce. Forsaken by mother and father, who he lived with, he turned to drugs early until he found somewhat peace in music, painting, and lyrics.
What even fewer people know is that Chester never felt like he belonged. Incredible, isn’t it? That’s got nothing to do with his friendship to the band ‘Linkin Park’. His compensation were other projects like the ‘Stone Temple Pilots’, one of his models, ‘Dead by Sunrise’ and other, in part scattered projects. I don’t want to keep on about that.

Many people underestimate what the experiences of his childhood left behind in him. In various comments I read to work through my own grief, Chester is being attacked. How could he leave behind his wife and his children. It’s egoistic to commit suicide. Even the media pretends as if his traumata, his depressions and everything else have only recently seen the light of day. That no one knew before about his mental problems. I somewhat forgive the media, even though I want to hit every last one of them into the face, hard, for spreading that crap just for the headlines, for the clicks and money.

I’m fighting to this day with depression and other leftovers from my screwed up childhood. Every day I stumble and fight. No one knew? That’s not something you brag about. I don’t want pity, like Chester kept his depressions and traumata private. Maybe too private? I don’t know. Alcohol and drugs are a cry for help, an attempt at a failed therapy of oneself.

It doesn’t matter how pathetic, soppy or cliché it sounds: Chester, his music, and his lyrics were my drugs. When I was thirteen I hit a low point of my life. 2002 was a year where I stumbled more than a ‘normal’ teenager does at the beginning of puberty. A then-classmate borrowed me the Album ‘Hybrid Theory’ and basically initiated my musical awakening. Aside from the fact that I developed from the typical boyband-fangirl to a metal-fangirl and discovered metal and everything else for myself, I found other humans who had to struggle with the (seemingly) same problems I had. Then, my English was worse than it is today, so I had to settle for translations which are, as everyone knows, only usable in a limited fashion. Nevertheless, Chester and Mike put into words what I couldn’t back then. The lyrics gave me a much needed strength I didn’t know I possessed because they resonated with my soul. The more I occupied myself with the band and its members, the more I found myself in them: abuse, emotional neglect, parental indifference. Even though Chester is and was an untouchable person, I felt in a way connected to him few people will ever understand.

Depressions are a serious illness. The waves of his death will cease in a few days and people like us will once again sink into obscurity because other things will be more important. That may be so, but I want to tell those who aren’t just pretending to be concerned with depressions, who aren’t feigning empathy: never stop! People like Chester and I need you!
We smile on the outside, we seem content and in a way happy. We have an intact (new) family, seem to be healthy and stabile, but no one can know how we really are inside if they just cast a fleeting, shallow gaze in our direction. A problem of our society, shallowness. No one knows how something really trivial can throw us off track, emotional wise.

My 20.07.2017 was an awful day for me. I felt miserably and had already said goodbye to it when I heard about Chester’s death from a good friend. I screamed and didn’t want to believe it until I had it confirmed, exactly 44 minutes after the first press release. Even with my stable environment, my therapist, and my family, I don’t feel better today, one day later, even over three months later. I’m zoned out, I don’t know how to deal with it. This is how Chester must have felt when he heard about the death of his best friend, Chris Cornell. Chris was among other things singer in ‘Audioslave’ and ‘Soundgarden’ and one of his best friends. If Chester felt only remotely like I do, I can understand it. Even for an intact family it’s not easy to catch someone with depressions. Who knows what happened in Chester’s family since he kept it private, as was his right. And who knows if Chester had a therapist at his side to help him, like I do. In general, no one can say anything. I don’t know if Chris’ death was the tipping point, even if his birthday would have been on the 20th of August, he would have been 53. Maybe something else was the final straw. There are days when your mentality is as fragile as thin glass so even a restive child can shatter it. I know it myself, sometimes when my stepson doesn’t want to go home from the playground and acts stubborn all I want to do is cry my eyes out. I’d love to curl up like a foetus in some corner and just cry because the kid is being stubborn. So even a little fight with Mike could have been the final straw, or Chris’ death. In case of doubt, only Chester knows, and it’s good that way.

They say there is always a solution. Even I think there’s help for almost anything. No one has to deal with what’s happening to him or her alone. No one is weak for getting help. But sometimes, like a friend once said, there are too many things broken in someone to be repaired. Humans are, like Tim Benzko (German Singer) correctly realized, not machines, and even machines can be broken beyond repair. I don’t want to support suicide in any way! But sometimes life is just too hard and suicide the best solution, even if there is family and everything else. It is not cowardice or selfishness! One who says that simply doesn’t know what depression is and how those suffering from it feel! Not everything can be ‘fixed’ with pills and talks! Inform yourself and spend the day with people like Chester and me! Your empty phrases are like a slap in the face for everyone suffering from depressions and to me a pathetic display of the shallowness of our society!


On the 20th of August 2017, my little, insignificant world shattered into a million pieces after very nearly fifteen years. I will arduously pick them up again, just like ‘Linkin Park’, ‘Dead by Sunrise’, Chester’s family and many others whose lives he touched and affected. They say time heals any wound, but I only partly agree with that. There are wounds all the time in the world can’t heal, they only stop hurting so much and bleed less. I know that the chances of someone from Chester’s environment or even other fans reading this are near zero if this text isn’t shared, but I don’t care. Rest in peace, Chester Charles Bennington, I hope you found peace wherever you are now since you couldn’t find it here.


I tried so hard and got so far
But in the end it doesn't even matter
I had to fall to lose it all
But in the end it doesn't even matter
(Lyrics from „In the End“, Album 'Hybrid Theory'. Page: http://www.songtexte.com/songtext/linkin-park/in-the-end-73d69641.html )

Freitag, 21. Juli 2017

Ein Nachruf?

Ein Nachruf?


Man sagt mir immer wieder, ich könne gut mit Worten umgehen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich tatsächlich gut mit Worten kann, aber diese Meinung sei jedem selbst überlassen. Einer der, der extrem gut mit Worten konnte, ist gestern, am 20.07.2017, von uns gegangen.

Ich kann dieses Mal gar nicht in Worte fassen, wie schockiert und traurig ich bin. Und es ist mir relativ gleichgültig, was ihr von diesen Worten haltet, denn ich bin nur ein kleines Licht, das seine unwichtige Meinung abgibt, was mir jedoch wirklich gleichgültig ist, jeder geht anders mit Trauer und Verlust um. Ich kannte ihn nicht, meint ihr? Ich bin bloß ein kleiner, unbedeutender Fan? Mag sein, aber auch das ist mir relativ egal, jeder geht anders mit seiner Trauer um. Und ich denke, ich kann mich gut in Chester Charles Bennington hineinfühlen, weil ich etwas Ähnliches wie er durchgemacht hab. Gleiche oder recht ähnliche Schicksale verbinden auf einer anderen Ebene, dafür muss ich niemanden privat und persönlich supergut kennen.

Halbwegs informierte Fans oder Interessenten wissen, dass Chester als Kind sexuell missbraucht wurde. Die grausame Ironie ist, dass sein Vater ein Polizist im Dezernat für (sexuellen) Kindesmissbrauch war/ist. Wie er das nicht merken konnte? Tja, wer sich einen Scheiß für sein Kind interessiert, der kriegt selbstverständlich nichts mit! Der Missbrauch durch einen älteren männlichen Freund endete zwei Jahre nach der Scheidung. Von Mutter und Vater, bei dem er lebte, im Stich gelassen, wandte er sich früh den Drogen zu, bis er ein teilweises Heil in der Musik, der Malerei und dem Texten fand.
Was aber noch weniger wissen, ist, dass Chester sich nie wirklich dazugehörig fühlte. Unglaublich, oder? Das hat nichts mit seiner Freundschaft zur Band 'Linkin Park' zu tun. Sein Ausgleich waren andere Projekte wie die 'Stone Temple Pilots', eine seiner Vorbilder, 'Dead by Sunrise' und andere, teilweise einzelne Projekte. Darauf will ich nicht herumreiten.

Was viele unterschätzen, ist das, was die Erlebnisse in seiner Kindheit bei ihm hinterlassen haben. In diversen Kommentaren, die ich gelesen habe, um meine eigene Trauer zu verarbeiten, wird Chester angegriffen. Wie er nur seine Kinder und seine Frau alleine lassen könne. Es sei egoistisch, sich selbst umzubringen. Und selbst die Medien tun so, als seien seine Traumata, Depressionen und alles plötzlich erst aufgedeckt worden. Dass niemand vorher von seinen psychischen Problemen wusste. Den Medien verzeihe ich es noch ein Stück weit, obwohl ich jeder einzelnen zu gerne in die Fr**** schlagen würde, weil sie so einen Müll nur der Schlagzeilen wegen, wegen Klicks und Geld verbreiten.

Ich kämpfe noch heute mit Depressionen und anderem aus meiner eigenen verkorksten Kindheit. Jeden Tag strauchel und kämpfe ich. Wusste keiner? Damit geht man nicht hausieren. Ich will keinerlei Mitleid erheischen, genauso wie Chester seine Depressionen und Traumata privat gehalten hat. Vielleicht zu privat? Das weiß ich nicht. Alkohol und Drogen sind ein Hilfeschrei, ein Versuch einer erfolglosen Selbsttherapie.

Egal, wie pathetisch, schnulzig oder klischeehaft das klingt: Chester, seine Musik und seine Texte waren meine Drogen. Als ich 13 war, war ich an einem Tiefpunkt meines Lebens. Das Jahr 2002 war ein Jahr, in dem ich mehr strauchelte als ein 'normaler' Teenager zu Beginn seiner Pubertät. Eine damalige Klassenkameradin hatte mir damals das Album 'Hybrid Theory' geliehen und meine musikalische Erweckung quasi initiiert. Abgesehen davon, dass ich mich von dem typischen Boyband-Fangirlie zu einer Rockröhre entwickelte und Metal und alles für mich entdeckte, entdeckte ich Menschen, die (scheinbar) mit denselben Problemen zu kämpfen hatten wie ich. Damals war mein Englisch mieser als es jetzt ist, weshalb ich mich mit Übersetzungen zufrieden geben musste, die, wie jeder weiß, bloß bedingt nutzbar sind. Trotzdem fassten Chester und Mike das in Worte, für das ich damals keine Worte fand. Die Texte gaben mir eine nötige Kraft, von der ich nicht für möglich hielt, dass ich sie besaß, denn sie sprachen mir aus der Seele. Und je mehr ich mich mit der Band und ihren Mitgliedern befasste, desto mehr erkannte ich mich in ihm wieder: Misshandlungen, emotionale Vernachlässigung, elterliches Desinteresse. Obgleich Chester eine für mich völlig unerreichbare Person ist und war, fühlte ich mich ihm auf eine andere Art und Weise verbunden, die die Wenigsten jemals nachvollziehen können.

Depressionen sind eine ernstzunehmende Krankheit. Die Welle, die sein Tod jetzt schlägt, wird genauso in einigen Tagen wieder abgeflaut sein. Menschen wie wir werden unwillkürlich wieder in der Versenkung verschwinden, weil anderes wichtiger sein wird. Das mag sein, dennoch möchte ich die, die nicht bloß heucheln, sich plötzlich mit Depressionen zu beschäftigen, und sonst wie empathisch tun: Hört niemals damit auf! Menschen wie Chester und ich brauchen euch!
Wir lächeln nach außen hin, wir wirken zufrieden und auf eine gewisse Weise glücklich. Wir weisen eine intakte (neue) Familie auf, scheinen gesund und stabil zu sein, aber niemand kann wissen, wie es wirklich in uns aussieht, wenn er nur einen flüchtigen, oberflächlichen Blick auf uns wirft. Ein Problem der heutigen Gesellschaft, die Oberflächlichkeit. Keiner ahnt, dass eine Kleinigkeit einen Menschen wie uns völlig aus der Bahn werfen kann, emotional gesehen.
Mein 20.07.2017 war ein beschissener Tag für mich, ich fühlte mich elend und hatte den Tag innerlich abgehakt, als ich die Nachricht von Chesters Tod durch eine gute Freundin erfuhr. Ich schrie und wollte es nicht glauben, bis ich es bestätigt sah, exakt 44 Minuten nach der ersten Pressemeldung. Trotz meines gefestigten Umfeldes, meiner Therapeutin und meiner Familie fühle ich mich heute, einen Tag später, kaum besser. Ich stehe neben mir, ich weiß nicht, wie ich das verarbeiten soll. So musste sich Chester gefühlt haben, als er vom Tod seines besten Freundes Chris Cornell erfahren hatte. Chris war unter anderem Sänger von Audioslave und Soundgarden und einer der besten Freunde. Wenn es Chester nur ansatzweise wie mir geht, kann ich es nachvollziehen. Nicht einmal eine intakte Familie hat es leicht, einen depressiven Menschen emotional aufzufangen. Wer weiß, was in Chesters Familie vor sich ging, er hielt es ja berechtigterweise größtenteils privat. Und wer weiß, ob Chester einen Therapeuten wie ich an seiner Seite hatte, der ihm half. Pauschal kann eh niemand was sagen. Ich bin mir nicht sicher, ob Chris' Tod der ausschlaggebende Punkt war, obwohl Chris' Geburtstag am 20.07. gewesen wäre, er wäre 53 geworden. Vielleicht war auch etwas anderes der ausschlaggebende Punkt gewesen. Es gibt Tage, da ist die Psyche so fragil wie hauchdünnes Glas, sie zerbricht bei Kleinigkeiten wie einem bockigen Kind. Ich kenne das selber, wenn mein Kind nicht vom Spielplatz nach Hause will und bockig wird, möchte ich manchmal losheulen wie ein Schlosshund. Am liebsten rollte ich mich in einer Ecke zu einem Ball oder in Fötus-Stellung zusammen und möchte nur noch weinen, weil der Knirps bockt. Und so kann selbst ein kleiner Streit mit Mike der letzte Funke gewesen sein, oder tatsächlich der Tod von Chris. Das weiß im Zweifelsfall nur Chester selbst, und das ist gut so.

Man sagt, es gibt für alles eine Lösung. Selbst ich bin der Meinung, dass es für nahezu alles Hilfe gibt. Niemand muss alleine mit dem fertig werden, was einem widerfährt. Niemand ist schwach, wenn er sich Hilfe holt. Allerdings, manchmal, ist, wie eine Freundin sagte, in einem Menschen zu viel kaputt, als dass es repariert werden kann. Menschen sind, wie Tim Benzko richtig festhielt, eben keine Maschinen, und auch Maschinen sind irgendwann zu kaputt, sodass man sie nicht mehr reparieren kann. Ich möchte Suizide bestimmt nicht befürworten! Aber unbeachtet dessen ist das Leben leider doch zu schwer und der Freitod trotz Familie und allem die beste Lösung. Es ist keine Feigheit und kein Egoismus! Wer das sagt, der weiß schlichtweg nicht, was Depressionen sind und wie sich die Menschen fühlen! Nicht alles lässt sich durch Pillen und Gespräche 'reparieren'!
Informiert euch und verbringt den Tag mit Menschen wie Chester und mir! Eure Stammtisch-Parolen sind ein Schlag in die Fr**** jedes depressiven Menschen und für mich ein Armutszeugnis dieser oberflächlichen Gesellschaft!



Gestern, am 20.07.2017, ist nach ziemlich genau 15 Jahren meine kleine, unbedeutende Welt in sich zusammengebrochen und liegt in Millionen Teile zerschmettert da. Ich werde sie mühselig wieder zusammenflicken können, genauso wie 'Linkin Park', 'Dead by Sunrise' und Chesters Familie und weitere Angehörige, deren Leben er berührt und beeinflusst hat. Dass die Zeit alle Wunden heilt, bestätige ich nur bedingt, denn es gibt Wunden, die kann keine Zeit der Welt jemals heilen. Es tut bloß nach einiger Zeit weniger weh und blutet weniger.
Ich weiß, dass die Wahrscheinlichkeit, dass jemand aus Chesters Umfeld oder gar andere Fans das hier lesen werden, gleich 0 ist, außer, man teilt diesen Text, aber das ist mir egal. Rest in Peace, Chester Charles Bennington, ich hoffe, du hast da, wo du nun bist, deinen Frieden gefunden, den du hier anscheinend nie finden konntest.


I tried so hard and got so far
But in the end it doesn't even matter
I had to fall to lose it all
But in the end it doesn't even matter

Als ich mich so sehr bemüht habe, so weit gekommen bin
Doch letztendlich ist es nicht mal von Bedeutung
Ich musste hinfallen, alles verlieren
Doch letztendlich ist es nicht mal von Bedeutung

(Songtext „In the End“, Album 'Hybrid Theory', Quelle: http://www.songtexte.com/songtext/linkin-park/in-the-end-73d69641.html )

Donnerstag, 11. Mai 2017

Kari: Rezension zum Film "Bob, der Streuner"...

… oder Wieso Tiere doch die besseren Menschen sind

So, ich hab ja ewig nichts mehr geschrieben, weil ich mir vermehrt Informationen angelesen hab, tut mir echt Leid! Und dann auch noch mit einer ungewohnten Rezension. Wer mich kennt, weiß, dass ich im Regelfall ausschließlich Bücher rezensiere, aber heute möchte ich einen tollen Film rezensieren. Vorne weg: Ich hab das Buch NOCH nicht gelesen, Zeitmangel, ihr kennt es ja.

James Bowen ist ein heroinabhängiger Straßenmusiker, der versucht, sein Leben wieder in richtige Bahnen zu lenken. Als er nach einem Rückfall und der Diagnose einer typischen Fixer-Krankheit am absoluten Tiefpunkt angelangt ist, begegnet ihm ein süßer rot-getigerter Streuner. Eine zweite, schicksalsbewegende Begegnung bindet James an den Kater, der spontan Bob getauft wird. Ab dem Moment helfen sie sich gegenseitig, mal mehr, mal weniger.

Mein persönlicher Eindruck: Wow! Mehr kann ich nicht sagen. Der Film war phantastisch! Ich bin nach wie vor absolut geflasht. Was hat mir gefallen? Ich glaube, besonders herausragend fand ich diesen doch recht krassen Wechsel zwischen guten und schlechten Zeiten, das Auf und Ab. Und dieses Auf und Ab wirkt, vermutlich aufgrund des autobiografischen Aspektes, wirkte auf mich keinesfalls künstlich oder Effekt-heischend. Ebenfalls war es klasse, dass, entgegen dem Trend bei einem Großteil solcher Filme (zB „Wir kaufen einen Zoo“), auf eine schnulzige Nebenhandlung weitestgehend verzichtet wurde. Nun weiß ich natürlich nicht, inwieweit die Beziehung zwischen James und Betty im Buch vorkommt, so konnte ich nicht vergleichen, dennoch war es angenehm und fügte sich perfekt in die übrige Handlung ein.
Ich muss allerdings dieser Rezension in einem Punkt widersprechen. Natürlich überzeugte mich Luke Treadaway als James Bowen und er mimte den sich in der Methadon-Substitutionstherapie befindlichen James authentisch, aber für mich war Bob der wahre Schauspieler. Ich mag hier jetzt keine Diskussion um trainierte Tiere vom Zaun brechen, ich muss jedoch gestehen, dass ich ehrlich erstaunt war. Meines Wissens nach müssen Tiere Jahre tierfreundlich trainieren, um eine solide schauspielerische Leistung an den Tag zu legen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass Bob, der in dem Film sich selbst spielt, genau so eine Schauspiel-Ausbildung 'genießen' durfte. Man merkte das überhaupt nicht. Katzen sind sehr wählerische Tiere, auch, was ihre Menschen angeht, und offenbar mochte er Luke sehr. Das gefiel mir richtig gut!
Nachdem das Schicksal oder was auch immer James mehrmals in die Fresse schlug einen üblen Streich spielte, war Bob, typisch rote Katze, stoisch an seiner Seite, und die wachsende Beziehung zwischen den beiden war herzzerreißend. Mir kullerten ein paar Tränen über die Wange und ich musste an 2-3 Stellen pausieren, weil mich James' Verzweiflung und nahende Hoffnungslosigkeit traurig gestimmt hatten. In diesen Zeiten stand Bob immer an seiner Seite. Er hungerte mit James, er freute sich mit James, er spendete Trost und zeigte James immer, dass es lohnenswerte Ziele im Leben gibt, ganz gleich, wie hoffnungslos die Situation war.
Was ich ebenso gut fand, war, dass der Film eine fast schon gnadenlos ehrliche, ungeblümte Sicht auf das Leben eines strauchelnden Junkies geworfen hat. Er war nicht der erste dieser Art, er wird nicht der Letzte sein, für mich ist er aber etwas ganz Besonderes, vermutlich, weil ausgerechnet ein Streuner quasi der strahlende Held in dieser herzzerreißenden Geschichte ist.
Und ich kann nur bestätigen, was der Film sagt: Besonders rote Katzen sind wahrlich ewig treue Gefährten, wenn sie dich zu ihrem Menschen erwählt haben. Luna, meine eigene rote Katze, beweist es mir jeden Tag, nicht nur, wenn sie mir in die Augen schaut.

Alles in Allem kann ich das Buch den Film jedem empfehlen, der gerne (Teil)Autobiografien und persönliche Dramen anschaut. Der Film war ungeschönt und trotz allem bezaubernd und schön.